Herbstwanderung im Ammergebirge

Wir haben uns im Herbst auf Erkundungstour im Ammergebirge begeben. Lesen Sie hier den Bericht zur Wanderung und lassen Sie sich inspirieren auch einmal die Schönheit der Bergwälder zu genießen.

Vom Bahnhof Füssen nehmen wir den Bus zur Tegelbergbahn. Er fährt am Schloss Neuschwanstein vorbei, das auf einem Felsen emporragt. Dahinter erkennt man ein wenig vom Tal, doch die höheren Berge verschwinden in den Wolken. An der Bergbahn entscheiden wir uns gegen den Gelbewandsteig, denn es ist nass, rutschig und schon relativ spät. Wir erwischen noch die letzte Bergfahrt und können von der Gondel aus noch einmal die beiden Schlösser inmitten der Bergwald- und Seenlandschaft bewundern. Oben angekommen, schauen wir nach dem Weg für den nächsten Tag, bevor wir im Tegelberghaus Quartier beziehen.

Am nächsten Tag ist es immer noch grau, aber es regnet nicht – ideal zum Wandern. Auf dem Naturlehrpfad geht es durch eine Bergwald- und Wiesenlandschaft Richtung Ahornsattel. Kurz vor einer Abzweigung sitzt ein großer Vogel auf dem Weg. Als er uns bemerkt, flüchtet er bergauf ins Gebüsch. Er ist schwarz und hat einen roten Fleck über dem Auge. Mehr konnten wir leider nicht erkennen. Während wir mit gezückter Kamera vorbeigehen, hören wir Gurrgeräusche mit anschließendem Fauchen. – Nach einiger Recherche daheim fanden wir heraus, dass es sich um einen Birkhahn handelte, der dem Auerhahn zwar zum Verwechseln ähnlich sieht, jedoch gut durch seinen Gesang zu erkennen ist. – Wir wandern weiter über eine sumpfige Wiese – den Ahornsattel – zum Gipfelkreuz der Krähe. Dort treffen wir auf viele Bergdohlen, die wir bei ihren atemberaubenden Flugmanövern beobachten können. Nach einer kleinen Mittagspause geht es weiter über die Hochplatte. Der Weg geht dort auf dem Grat entlang und wir werden mit einer großartigen Aussicht auf die benachbarten Berge im Süden und die Voralpenlandschaft im Norden belohnt. Auf dem Weg bergab zur Kenzenhütte begegnen wir noch einer Gamsherde und einem Murmeltier, das vor seinem Bau Wache hält.

Bergdohle

Der darauffolgende Tag beginnt regnerisch. Es nieselt leicht und das Tal ist wolkenverhangen. Man hört mehrere Hirsche röhren, die gerade ihre Reviere verteidigen und sich um die Aufmerksamkeit der Weibchen bemühen. Wir folgen am Bäckenalmsattel den Schildern nach Linderhof. Der Weg führt über eine Wiese, wo noch vereinzelte Blüten zu sehen sind. Mit Blick Richtung Tal kommen wir zum Wald, der trotz Wetter in verschiedenen, herbstlichen Orangetönen erscheint. Am Schloss kann man eine Besichtigung des Hauses oder auch nur einen Spaziergang durch den üppig bepflanzten Schlosspark machen. Vom Schloss führt ein einfacher Wanderweg durch denselben Wald direkt hinauf zu den Brunnenkopfhäusern.

Am letzten Tag regnet es immer noch und wir wandern etwas unterhalb vom Grat auf einem einfachen Wanderweg. Die Wolken versperren den Blick auf die Nachbarberge, jedoch erzeugt dies eine schöne, mystische Stimmung. Im August-Schuster-Haus kehren wir ein, um danach über einen Forstweg ins Tal zu wandern. Wir begegnen einer Kuhherde, die zwischen den Bäumen weidet. Kurz vor dem Pürschling-Parkplatz machen wir einen Abstecher über die Schleifmühlenklamm. Über befestigte Stufen und Brücken gehen wir entlang kleiner Bäche und Wasserfälle, die mitten durch den goldgelben Bergwald fließen. Schließlich erreichen wir Unterammergau und können von dort den Zug nach Hause nehmen.

Anfahrt: mit dem Zug nach Füssen, von dort mit dem Bus 78/73 zur Tegelbergbahn

Etappen: Tegelbergbahn – Tegelberghaus – Kenzenhütte – Brunnenkopfhäuser – Unterammergau